LUX PERPETUA erforscht Mozarts berühmtes, unvollendetes Requiem neu – aus der Perspektive unserer globalisierten Gegenwart. Sein Introitus spannt den Bogen zwischen ewiger Ruhe (requiem aeternam) und ewigem Licht (lux perpetua). Aeterna oder perpetua? Ewig dauernd oder unendlich wiederkehrend? Unser Blick auf Tod und Ewigkeit hat sich in globalem Ausmaß erweitert.
Den monotheistischen Traditionen begegnen der Wiedergeburtsglaube im Hinduismus und Buddhismus sowie die tiefe Ahnenverbundenheit in Kulturen Ostafrikas. LUX PERPETUA macht diese transkulturelle Vielstimmigkeit klingend: Klangfarben und Skalen arabischer Musiktraditionen, Glockenklänge, Melodielinien jüdischer Tradition verweben sich mit Mozarts Musik – und lassen sie in völlig neuer Weise hörbar werden.
So gewinnt LUX PERPETUA der Totenmesse ein weites emotionales Spektrum ab: diesseitiges Aufbegehren im anarchischen „Tanz" am Rand des Todes, tiefste Trauer in Amajungusi, heftiges Aufschluchzen im Tränen-Ozean des Al Ahsan Lacri, der gewaltige Aufschrei „Rex!" – und in Hawdala öffnen jüdische Melodien das Requiem für das unfassbarste Sterben, die Shoa.
Kunst als Brücke zwischen Kulturen und Religionen: LUX PERPETUA steht für SDG 10 (Weniger Ungleichheiten) und SDG 16 (Frieden & interkultureller Dialog) – und für lebendige Erinnerungskultur als Fundament des Friedens.
Fotocredits: Elza Loginova